Angebot

Das Angebot des schulpsychologischen Dienstes

Ein „Psychologe“ ist für viele immer noch eine etwas dubiose Gestalt. Schnell tauchen Gedanken auf wie „Die haben den Röntgenblick und durchschauen einen sofort“, „Wer Psychologie studiert, hat es nötig“, „Da gehen doch die Leute mit Dachschaden hin“ oder „Psychologen heilen alles“. Natürlich sind das Vorurteile, die auch daraus resultieren, dass in unserer Kultur alles, was mit psychischen Problemen zu tun hat, als unheimlich betrachtet wird.

Ein Schulpsychologe ist kein Therapeut oder Psychiater, sondern ein speziell ausgebildeter Berater (mit Studium der Schulpsychologe plus zwei Staatsexamina und zweijähriger Praxisausbildung im Rahmen des Referendariats) für Probleme, die im Zusammenhang mit der Schule stehen, bzw. für Probleme im Jugendalter.

Hier erfahren Sie zu folgenden Punkten mehr:

Typische Beratungsanlässe

  • Probleme im Lern- und Leistungsbereich, z. B. Probleme im Zusammenhang mit Hausaufgaben und Lernen, fehlende Lernmotivation, Konzentrationsprobleme, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten

  • Ängste in Bezug auf Prüfungen und Schule

  • Probleme im Umgang mit Mitschülern, Lehrern oder Eltern

  • spezielle Fragen, die mit Schullaufbahnfragen zu tun haben, z. B. Begabungsdiagnostik

  • erster Ansprechpartner bei anderen psychischen Problemen, auch wenn diese von Schulpsychologen selbst nicht behandelt werden; diese können aber schneller zum richtigen Experten weiterleiten

Ziel

Ziel der Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Das heißt, der Schulpsychologe gibt nicht Anweisungen, sondern er begleitet Kinder und ihre Eltern auf dem Weg zur Problemlösung; ggf. vermittelt er auch oder überweist Ratsuchende an interne oder externe Stellen, wenn die Probleme dort besser gelöst werden können.

Mittel

Die Mittel der Beratung sind neben Gesprächen, für die die Beteiligten genügend Zeit mitbringen müssen, auch Testungen, das Einholen von Beobachtungen Dritter, z. B. von Lehrkräften (sofern die Ratsuchenden einverstanden sind), die Auswertung von Zeugnissen, schulischen Arbeiten usw.

Grundsätze der schulpsychologischen Arbeit

  • absolute Verschwiegenheit: Der Schulpsychologe unterliegt wie Ärzte, andere Psychologen oder Priester der gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht. Natürlich ist es oft sinnvoll, bei den Problemen eines Schülers den Kontakt z. B. mit Lehrern aufzunehmen, aber dies geht nur, wenn die Betroffenen einverstanden sind. Schon die Tatsache, dass ein Schüler bzw. Eltern beim Schulpsychologen Rat suchen, unterliegt dieser Verschwiegenheitspflicht.
  • Unabhängigkeit: Der Schulpsychologe ist, was den Inhalt der Beratung betrifft, völlig unabhängig. Er darf diesbezüglich von niemandem Weisungen (weder Lehrern noch der Schulleitung) erhalten.

  • Kostenfreiheit: Die Beratung ist ein Angebot des Staates und absolut kostenfrei.

  • Wissenschaftlichkeit: Die Arbeit erfolgt nach wissenschaftlichen Grundsätzen – was aber nicht „Kälte“ bedeutet, sondern der Versuch ist, maximal seriös zu beraten.

Das Beratungsangebot wird seit vielen Jahren sehr intensiv wahrgenommen. Durchschnittlich wenden sich 150-180 Kinder/Jugendliche bzw. Familien an den Schulpsychologen; manchmal umfasst der Kontakt nur ein Gespräch, manchmal viele Gespräche und Testungen. Die hohe Akzeptanz zeigt, dass die eingangs genannten Vorurteile Gott sei Dank am Anne-Frank-Gymnasium nicht weit verbreitet sind.

Zu den Aufgaben eines Schulpsychologen gehören übrigens noch weitere Gebiete, z. B. die Beratung von Kollegen und Schulleitung.

Anerkennung einer Lese- und/oder Rechtschreibstörung

Die Anerkennung einer Lese- und/oder Rechtschreibstörung und die Festlegung geeigneter Nachteilsausgleichs- und Notenschutzmaßnahmen ist mit dem Erlass der Bayerischen Schulordnung (BaySchO) im August 2016 neu geregelt worden. Nehmen Sie bitte mit dem Schulpsychologen Kontakt auf, er stellt Ihnen das neu gestaltete Verfahren dar. Beachten Sie bitte, dass inzwischen bei jedem Schulwechsel (egal ob zu einer Schule der gleichen oder anderen Schulart) ein neues Verfahren durchgeführt werden muss. Anerkennungen an der einen Schule gelten an der anderen nicht weiter. 

Die früher bestehende Unterscheidung zwischen Lese- und/oder Rechtschreibschwäche und Lese- und/oder Rechtschreibstörung (Legasthenie) existiert nicht mehr.