AFG Nachrichten
Green Day am AFG
Nachhaltigkeit erleben, gestalten und weiterdenken
Am 17. Juli stand das Anne-Frank-Gymnasium Erding ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Beim „GreenDay“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 11 auf vielfältige und altersgerechte Weise mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs). Dabei wurde nicht nur informiert und diskutiert, sondern auch kreativ gearbeitet, praktisch gehandelt und gemeinsam nach Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit gesucht.

Der Tag begann für die jüngeren Jahrgangsstufen mit gemeinsamen Frühstücksaktionen. Während die 5. Klassen sich mit dem Nachhaltigkeitsziel „Kein Hunger“ (SDG 2) auseinandersetzten, erhielten die 6. und 7. Klassen von Frau Eberl von Foodsaving & More spannende Einblicke in das Thema Lebensmittelrettung. Dabei wurde deutlich, wie viele Lebensmittel täglich unnötig entsorgt werden und welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann, um Ressourcen zu schonen.
Ein zentraler Bestandteil des GreenDay waren die zahlreichen Informations- und Mitmachangebote im gesamten Schulhaus. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler selbstständig verschiedene Themenbereiche erkunden. So informierten Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe an einem Stand über Gewässerschutz, Angeln und das Leben am Wasser. Eine 11. Klasse hatte Angebote zu den Themen Fast Fashion, Mülltrennung und Massentierhaltung vorbereitet. Die Pfadfinder stellten ihren Stamm vor und präsentierten ihre Arbeit mit einem aufgebauten Zelt. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Q12 betreute einen Stand zur veganen Ernährung, an dem Informationen bereitgestellt sowie selbst hergestellte vegane Speisen zum Probieren angeboten wurden. Frau Eberl informierte zusätzlich über Lebensmittelrettung und stellte gerettete Lebensmittel zur Verkostung bereit. Der Weltladen Erding bereicherte den GreenDay mit einem Informationsstand zum fairen Handel. Dort konnten die Besucherinnen und Besucher unter anderem fair gehandelte Schokolade erwerben und sich über globale Zusammenhänge von Konsum, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit informieren. Besonders auffällig waren die in der Aula verteilten „Fußabdrücke“, die als eine Art Stolpersteine zum Nachdenken anregen sollten. Sie enthielten Informationen zu den SDGs und konkrete Anregungen, wie nachhaltiges Handeln im eigenen Alltag umgesetzt werden kann. Ergänzt wurde das Angebot durch eine SDG-Ausstellung mit Quiz und zahlreiche Informationsmaterialien zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen.
Ein besonderes Gemeinschaftsprojekt war die Aktion „Friedens-Kunst“, die von Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klassen organisiert wurde. Auf einer großen Leinwand entstand ein gemeinsames Kunstwerk, an dem sich alle Interessierten beteiligen konnten.
Neben den gemeinsamen Angeboten arbeiteten die einzelnen Jahrgangsstufen an unterschiedlichen Projekten. Die 5. Klassen beteiligten sich an einem Clean-up im angrenzenden Stadtpark und leisteten damit einen praktischen Beitrag zum Umweltschutz.
Für die 6. und 7. Klassen stand eine große Auswahl an Workshops und Projekten bereit. Dazu gehörten unter anderem das Escape-Game „Rettet den Wald“, die Handy-Kiste von BAGS e.V., Projekte rund um Kunststoffe, nachhaltige Stadtentwicklung (SDG 11), das Thema „Weniger Ungleichheiten“ (SDG 10), die Herstellung von Samenbomben mit heimischen Pflanzenarten, Clean-up-Aktionen, Fotografie- und Videoprojekte, Stomp, veganes Kochen, Yoga, Siebdruck sowie ein Repair-Café zum Flicken von Fahrradreifen. Besonders erfreulich war das große Engagement der Schülerinnen und Schüler selbst: einige Sechstklässlerinnen boten eigenständig Projekte zu den Themen „Kein Hunger“ und „Leben unter Wasser“ an.
Die 8. Klassen beschäftigten sich im Filmprojekt Mein Isental mit dem Bau der A94 und den Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, welche Nachhaltigkeitsziele von solchen Großprojekten betroffen sind und wie verschiedene Interessen miteinander in Konflikt geraten können.
Die 9. Klassen setzten sich anhand des Films „Homo Plasticus“ mit den Folgen von Mikroplastik auseinander. In anschließenden Reflexionen wurden der eigene Kunststoffverbrauch hinterfragt und konkrete Möglichkeiten zur Reduzierung von Plastik im Alltag entwickelt.
Die Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufen erhielten zunächst einen Überblick über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Anschließend wählten sie ein für sie besonders wichtiges SDG aus und gestalteten dazu kreative Produkte, beispielsweise Gedichte, Interviews oder andere gestalterische Beiträge.
Für große Freude sorgte eine Mitteilung, die der Schulgemeinschaft während der Pause in der Aula bekannt gegeben wurde: Das Anne-Frank-Gymnasium hat den positiven Bescheid über die Verleihung des Goldstatus als Klimaschule Bayern erhalten. Die Nachricht wurde mit großem Applaus aufgenommen und stellte einen weiteren Höhepunkt des Tages dar.
Für einen besonderen Höhepunkt sorgte die Hip-Hop-Tanzgruppe der Schule, die mit gleich zwei mitreißenden Auftritten das Publikum begeisterte. Mit viel Energie, ausdrucksstarken Choreografien und jeder Menge Spaß am Tanzen sorgten die Tänzerinnen und Tänzer für beste Stimmung. Die Kinder zeigten, dass sie gemeinsam etwas bewegen können. So wie beim Tanzen jeder Schritt zählt, zählt auch jede kleine Tat für unsere Welt. Damit setzten sie ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Ganz unerwartet wurde der zweite Teil des Projekttages durch einen Feueralarm unterbrochen. In der Schulküche war beim Kochen etwas zu scharf angebraten worden, wodurch die Rauchmeldeanlage auslöste. Kurz darauf trafen Feuerwehr und Polizei an der Schule ein. Auch wenn die Unterbrechung zunächst für Aufregung sorgte, tat sie der insgesamt hervorragenden Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Besonders positiv fiel auf, wie vorbildlich sich die Schülerinnen und Schüler verhielten. Obwohl sich an diesem Tag viele nicht im gewohnten Klassenverband befanden, verlief die Räumung des Gebäudes ruhig, geordnet und zügig. Es zeigte sich deutlich, dass die regelmäßig durchgeführten Feuerwehrübungen ihre Wirkung entfalten. Alle Beteiligten wussten, wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen, und setzten dies verantwortungsvoll um.
Der GreenDay 2026 war insgesamt von einer ausgesprochen positiven Atmosphäre geprägt. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse an den unterschiedlichen Themen, brachten eigene Ideen ein und beteiligten sich engagiert an den vielfältigen Angeboten. Viele nutzten die Gelegenheit, sich mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen und über ihren eigenen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft nachzudenken.
Wir hoffen, dass dieser Projekttag nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Neugier geweckt und Denkanstöße gegeben hat. Wenn es gelungen ist, bei einigen Schülerinnen und Schülern einen Funken zu entfachen, der sie auch in Zukunft zu nachhaltigem Handeln motiviert, dann hat der GreenDay sein wichtigstes Ziel erreicht!





