Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Schmerzen

1.

Situation:

Ihr werdet in ein Klassenzimmer gerufen und findet eine Schülerin vor, die die über Übelkeit und starke Bauchschmerzen klagt. Die Schülerin sitzt vornübergebeugt auf einem Stuhl.

2.

Erstmaßnahmen:

Durch den Notfall kommt es bei den Ersthelfern und den in der Umgebung stehenden Personen häufig zu unüberlegtem Verhalten. Deshalb ist es wichtig, dass ihr versucht, durchRuhe,sicheres Auftreten undumsichtiges Handeln undberuhigenden Zuspruch auf die Betroffenen und umherstehenden Klassenkameraden einzuwirken, um damit weitere Schäden zu verhindern. Ihr helft auch, wenn ihr unbedachtes und falsches Eingreifen Dritter - auch von Lehrern -  verhindert.

Auffinden einer Person:

Um zielsicher handeln und helfen zu können, müsst ihr als Ersthelfer und Schulsanitäter beim Auffinden einer Person zunächst

  • erkennen, was geschehen ist,
  • überlegen, welche weitere Gefahren dem Betroffenen und
  • natürlich euch selbst drohen können. Stichwort "Selbstschutz"!

 

Kontaktaufnahme:

Um etwas über den Gesundheitszustand eines Verunglückten zu erfahren, bedarf es meist keiner technischen Hilfsmittel. Wie schon erwähnt, sind die meisten Betroffenen bei Bewusstsein und somit ansprechbar. Sie können Angaben über ihre Verletzungen, Schmerzen oder ihr Empfinden machen.

Die Betreuung eines Betroffenen ist ein wesentlicher Bestandteil der Hilfeleistung. Die "menschliche Zuwendung" hat eine große Bedeutung, die leider häufig in unserer technischen Welt vergessen wird.

  • Begebt euch auf die Höhe des Betroffenen: 
    Häufig stehen mehrere Schüler um den Betroffenen herum, dies ist für den sehr unangenehm, insbesondere wenn sich Personen von oben über ihn beugen. 
    Kniet oder hockt auch deshalb neben die Schülerin. Tretet nicht von hinten an sei heran, sondern möglichst immer von vorne mit Blickkontakt.

  • Schaut euch den Betroffenen an: 
    Ihr erhaltet dadurch einen Gesamtüberblick über den Zustand des Betroffenen und könnt erkennen, ob die Person aufgeregt ist, ob es sie friert, ob sie vielleicht Schmerzen hat oder ob sichtbare Verletzungen vorliegen. 
    Durch genaues Beobachten der Schülerin stellt man z.B. fest, ob die Hautfarbe normal rosig, blass oder blau verändert ist.

  • Nennt euren Namen: 
    Der Betroffene soll spüren, dass er in seiner Situation nicht allein ist. Geht zu dem Betroffenen und sprecht mit ihm. Stellt euch namentlich und als Schulsanitäter vor und fragt nach seinen Namen, damit schafft ihr eine Vertrauensbasis. Schon der Satz "Ich bleibe bei dir, bis der Krankenwagen kommt", wirkt entlastend und beruhigend. 
    Fragt die Schülerin, was passiert ist, ob und wo sie Schmerzen hat und erkundigt euch nach der Krankengeschichte. Der erste Helfer sollte auch weiterhin die Hauptrolle spielen und die Ansprechperson bleiben.

  • Stellt vorsichtigen Körperkontakt her: 
    Gleichzeitig spürt ihr durch den Hautkontakt, ob die Haut warm oder kalt, trocken oder feucht ist. 
    All diese Beobachtungen geben Ihnen die notwendigen Informationen, damit ihr eure Erste Hilfe dem jeweiligen Zustand des Betroffenen anpassen könnt.

  • Sagt den Betroffenen immer was ihr tut: 
    Der Betroffene sollte über die vorgenommene Maßnahmen informiert werden, z. B.: "Der Krankenwagen ist auf dem Weg." Sprechen kann für den Betroffenen wohltuend sein. Wenn der Betroffene redet, hört ihm geduldig zu. Sprecht auch von euch aus, möglichst in ruhigem Tonfall. 
    Fragt die Schülerin z. B. "Soll jemand benachrichtigt werden?"

  • Schirmt den Betroffenen vor Zuschauern ab! 
    Neugierige Blicke sind für einen Betroffenen unangenehm. Weist die Umstehenden freundlich aber bestimmt zurück. Wenn Zuschauer stören, weil sie unnötige Ratschläge geben oder von eigenen Erlebnissen berichten, gebt ihnen eine Aufgabe. Sagt z. B.: "Schauen Sie, ob die Unfallstelle gesichert ist." 
    Sprecht die Mitschüler direkt an und verteilt Aufgaben - auch an die Lehrkraft, wenn sie stört: Es muss z.B. das Sekretariat informiert werden, der Notruf abgesetzt werden, ein Einweiser für den Rettungsdienst abgestellt werden.

 

Das ruhige und überlege Auftreten ist eine der wichtigsten Eigenschaft beim Auffinden einer Person, um sicher handeln zu können. Mit dem Auftreten als Schulsanitäter vermittelt ihr auch Kompetenz und zeigt euch als derjenige, der die Initiative ergreift.

Besonders wichtig für das Allgemeinbefinden Verunglückter und Kranker ist die Betreuung und Zuwendung durch den Ersthelfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Dies wird häufig unterschätzt und leider all zu oft vernachlässigt. Lasst daher einen Verunglückten oder Kranken möglichst nicht alleine, beruhigt ihn und spendet ihn Trost. 
Und denkt daran, 10 Minuten können lange dauern. Lasst deshalb auch euren Partner nicht länger alleine als unbedingt nötig.

Lebensrettende Sofortmaßnahmen (nur zur Wiederholung):

Zu den lebensrettenden Sofortmaßnahmen zählen z.B.

  • Absichern der Unfallstelle
  • Retten aus der Gefahrenzone
  • Notruf absetzen
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Blutstillung
  • Schockbekämpfung
  • Herstellung der stabilen Seitenlage.

Die Reihenfolge der Hilfeleistungen richtet sich nach der jeweils vorgefundenen Notfallsituation. Nach einem Verkehrsunfall beispielsweise steht das Absichern der Unfallstelle und das Retten aus der Gefahrenzone an erster Stelle. Bitte bedenkt: Es würde weder dem Betroffenen noch euch nützen, wenn ihr euch in Gefahr bringt. Diese Regel gilt grundsätzlich auch bei anderen Notfällen: "Sicherheit geht vor!"

Weitere Maßnahmen

Wenn ihr die erforderlichen Sofortmaßnahmen und den Notruf durchgeführt haben, müsst ihr den Betroffenen weiter betreuen und versorgen. 
Wenn die Schülerin gehen kann, dann führt sie - evtl. mit Unterstützung -  ins Sanitätszimmer und legt sie ins Bett bzw. auf die Krankenliege. Wenn nicht, dann lagert ihr sie im jeweiligen Zimmer bequem. Denkt vorallem an eine Decke und untestützt die wahrscheinlich schon eingenommene Schonhaltung - vermutlich mit angewinkelten Beinen - durch eine Knierolle.

 

3.

Was ist bzw. könnte der Grund sein?

Vergiftungen/ Hilfe beim Erbrechen (extra Fortbildungsthema):

Allgemeine Erkennungsmerkmale:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Plötzlich auftretende Schmerzen im Bauch
  • Kopfschmerzen, Schwindelgefühl
  • Erregungszustände
  • Schock
  • Bewusstseinstrübung
  • Bewusstlosigkeit
  • Atemstillstand
  • Herz-Kreislauf-Stillstand

Hinweise von Augenzeugen, sowie das Auffinden von Medikamenten, Behältnissen und Giftresten geben Ihnen weitern Aufschluss über einen Vergiftungsnotfall. Es müssen nicht immer alle Erkennungsmerkmale auftreten. Es muss immer die gesamte Situation berücksichtigt werden!

Das könnt ihr tun

  • Kontrolle der Lebenszeichen.
  • bei Bewusstseinsverlust: Notruf.
  • bei vorhandener Atmung: Stabile Seitenlage
  • Sicherstellung von Giftresten und Erbrochenem.
  • Hilfe beim Erbrechen: 
    Beim Liegendend den Kopf des Erbrechenden zur Seite wenden. Mit der freien Hand ein Gefäß (Schale, Schüssel) unter den Mund halten. 
    Beim Sitzenden Kopf nach vorne beugen und dabei die Stirn mit einer Hand halten. Mit der freien Hand ein Gefäß (Schale,

 

Menstruationsbeschwerden

Die meisten Frauen empfinden zur Zeit der Monatsblutung mehr oder weniger starke Schmerzen im Unterleib und im Rücken in Form von ziehenden Schmerzen oder als Krämpfe.

Stress sollte vermieden und für körperliches und geistiges Wohlbefinden gesorgt werden (Bewegung, gutes Essen, Entspannung etc.). Bei Schmerzen, wird die Einnahme eines leichten Schmerzmittels (z.B. mit Ibuprofen oder Paracetamol) empfohlen. Sind die Schmerzen krampfartig, sollte das Schmerzmittel zusätzlich eine krampflösende Substanz enthalten. Ihr dürft dies aber nur empfehlen, wenn die Schülerin ein vom Arzt verschriebenes Medikament dabei hat. Auch die Wärmflasche auf dem Bauch oder ein heißes Bad können bei Unterleibsschmerzen helfen.

 

Akute Erkrankungen der Bauchorgane:

Plötzlich auftretende akute Erkrankungen im Bereich des Bauchraumes können viele Ursachen haben, z.B. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Gallenblase, der Eierstöcke, oft auch des Blinddarmes oder sogar Herzinfarkt.

Häufig sind solche Entzündungen von Schüttelfrost, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Geschwüre im Magen-Darm-Bereich, Steineinklemmungen in den Gallen- und Harnwegen sowie Darmverschlüsse verursachen oft sehr starke Bauchschmerzen. Manchmal schwellen die Schmerzen periodisch an und wieder ab. Solche Schmerzen werden als Koliken bezeichnet.

Allgemeine Erkennungsmerkmale:

  • Die Bauchdecke ist gespannt,
  • der Betroffene auffallend blass.
  • Er hat Schockanzeichen mit Blutdrucksenkung,eventuell schwacher Puls und Schweißausbrüche.
  • Der Betroffene nimmt meist eine "Schonhaltung" mit angezogenen Knien ein. Er liegt dabei häufig auf der Seite. Die Bauchdecke wird dabei entspannt, was die Schmerzen lindert.

Das könnt ihr tun

  • Zu den wichtigsten Maßnahmen bei allen akut Kranken gehört es, den Betroffenen zu beruhigen und ihn zu betreuen.
  • Den Kranken warm zudecken und Unruhe und Hektik vermeiden.
  • Den Rettungsdienst alarmieren (Notruf).
  • Den Kranken nach seinen eigenen Wünschen lagern, wobei meist nur die vom Kranken schon eingenommene "Schonhaltung" durch eine bequeme Knierolle unterstützt werden muß.
  • Bei Atemnot den Oberkörper erhöht lagern.
  • Der Betroffene darf auf keinen Fall etwas essen oder trinken (wegen der oft notwendigen sofortigen Operation) bzw. rauchen. Auch Medikamente wie Schmerzmittel sind verboten, da sie die ärztliche Diagnose erschweren würden.

 

Verletzungen der Bauchorgane:

Allgemeine Erkennungsmerkmale:

  • Schmerzen,
  • Schockanzeichen,
  • Prellmarken,
  • Schonhaltung
  • evtl. sichtbare Wunden oder blutdurchtränkte Kleidung

Das könnt ihr tun

  • Wie vorher
  • Wunden sind steril und druckfrei zu bedecken.

 

Sowohl Verletzungen als auch Erkrankungen des Bauchraums müssen immer in ärztliche Behandlung!

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