Vergangenheit und Zukunft

Bildung – dieser Begriff ist seit Jahren in aller Munde. In der öffentlichen Diskussion geht es dabei immer um Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsideale oder einfach das Recht auf Bildung.

Wir als Schule stehen in der Verantwortung, Bildung zu vermitteln. Dabei geht es um viele Facetten, die alle ineinandergreifen und berücksichtigt werden müssen, wenn aus der Bildung, die wir vermitteln wollen, Persönlichkeitsbildung werden soll. Bildung ist auf der einen Seite Wissensvermittlung, Kompetenzerwerb und Talentförderung, auf der anderen Seite aber auch Mut zu Kreativität, Förderung der Eigenverantwortung, Zulassen von Vielfalt, Ausbildung sozialer Kompetenzen und manchmal auch einfach Herzensbildung.

In den vergangenen Monaten konnten oft nur wenige dieser genannten Teilaspekte gelebt werden. Im Distanzunterricht lag der Schwerpunkt mehr auf der Wissensvermittlung, verbunden mit der Erweiterung der Medienkompetenz, viele andere Bereiche konnten durch Schule, in der man eben gar nicht gewesen ist, nicht bedient werden. Dennoch blicken wir, bei all der kritischen Auseinandersetzung mit diesen Monaten, auch positiv auf diese Zeit zurück, hat sie uns doch gezeigt, wie wertvoll Schule als Institution und als Lebensraum ist. Gerade auf diesen fehlenden Lebensraum haben wir in der Zeit des Distanzunterrichts sehnsüchtig geblickt, oft gemeinsam in den Unterrichten, die über die digitalen Medien gestaltet worden sind. Und alle, Lernende wie Lehrende, haben den Einsatz der digitalen Möglichkeiten erlernt und immer mehr schätzen gelernt.

Keine Bildung ohne Medien ist der Leitsatz einer bundesweiten Initiative, die „eine breitenwirksame, systematische und nachhaltige Verankerung von Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen der Gesellschaft“ anstrebt. Ohne Medien wären wir in der zurückliegenden Phase verloren gewesen, dank der hervorragenden medialen Ausstattung unserer Schule konnten wir, zur Zufriedenheit von Lernenden und Eltern, den Distanzunterricht mit gutem bis sehr gutem Erfolg gestalten.

Jetzt stehen wir vor der Aufgabe, diesen digitalen Erkenntnis- und Kompetenzgewinn zu bewahren und, wie oben angesprochen, „breitenwirksam, systematisch und nachhaltig“ in den Präsenzunterricht zu integrieren. In diesen Prozess sind wir mit diesem Schuljahr eingetreten, eine Herausforderung, aber auch eine große Chance, der wir uns stellen möchten. „Bildung ist ein lebenslanger Prozess“ – dieser Satz von Prof. Dr. Michael Schratz begleitet uns hier als weiterer Leitsatz, der Auftrag und Entlastung gleichzeitig ist.

Wir freuen uns, Ihnen mit der gestalteten Homepage einen Überblick über all die angestoßenen, weitergeführten und neuen Prozesse geben zu können, die das digitale Leben an unserer Schule prägen. Und vielleicht wird auch ein Stück weit die Freude und Begeisterung deutlich, die wir bei unserer gemeinsamen Arbeit haben.

Im Namen des gesamten Vorbereitungsteams wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Durchblättern der vielen Angebote und sind jetzt schon auf Rückmeldung von Ihnen gespannt.

Regine Hofmann, Schulleiterin

 

     
Der Weg ist das Ziel Rahmenbedingungen Vision

 

Hier die wichtigsten Meilensteine unserer digitalen Arbeit - chronologisch und im Überblick. Bitte klicken...

„Sich auf den Weg machen“ – das ist Aufgabe und Ziel von Schule und all derer, die an Schule beteiligt sind. Um sich auf den Weg zu machen, braucht es

  • den Willen, sich zu entwickeln
  • Bewegung, um von der Stelle zu kommen
  • gemeinsame Anstrengungen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen
  • Zeit, um alle Beteiligten mitzunehmen
  • Bereitschaft, sich auf Vielfalt und neue Impulse einzulassen
  • aber auch Bereitschaft, sich Herausforderungen zu stellen und Lösungswege zu suchen.

Mit manchen dieser genannten Aspekte war das so eine Sache im März 2020. Quasi über Nacht mussten Unterrichten und Lernen neu gedacht und neue Formen des Miteinanders gefunden werden. Von außen sind Prozesse angestoßen worden, die durch Bereitschaft zu Veränderung und Entwicklung in positive Ergebnisse für unsere gesamte Schulgemeinschaft münden konnten.

Zuallererst denkt man bei diesen Prozessen an die Nutzung verschiedener digitaler Plattformen und die Integration digitaler Unterrichtsmodule in die Beschulung der Schülerinnen und Schüler. Doch ist das nur ein Teil der Prozesse, die durch die pandemischen Herausforderungen angestoßen worden sind. Neben der „Digitalisierung“ gab es noch weitere Entwicklungen, die der „Ausnahmezustand“ veränderte, sei es auf dem Gebiet der Zusammenarbeit im Kollegium, der Elternarbeit, der pädagogischen Arbeit und nicht zuletzt der Unterrichtsentwicklung, gerade durch die Reflexion der verwendeten digitalen Methoden und deren Weiterentwicklung im schulischen Präsenz-Alltag.

Betrachtet man Schulentwicklung als ganzheitlichen Prozess, der alle an Schule Beteiligten im Blick hat und der das, was jede und jeder für die Gemeinschaft und das System Schule einbringt, aufgreift und einordnet, dann merken wir, dass dies der richtige Ansatz für die Einordnung dieser angestoßenen Prozesse ist, der Wertschätzung, Achtung und Anerkennung gegenüber dem, was in den vergangenen Monaten geleistet worden ist, entstehen lässt, zumal die gesamte Schule nach wie vor „auf dem Weg ist“, um miteinander die Lernsituationen für Schülerinnen und Schüler zu verbessern und sie zu verantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen.

Die Zusammenstellungen auf den Seiten dokumentieren zum einen wesentliche Aspekte dieses umfassenden Prozesses, der in der Zeit der Pandemie seinen Ausgangspunkt genommen hat, zum anderen machen sie aber auch deutlich, dass intensiv daran gearbeitet wird, die Erkenntnisse gerade aus der Nutzung der digitalen Möglichkeiten gewinnbringend zur Entwicklung und Förderung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht und darüber hinaus einzusetzen.

Die Beschulung der Schülerinnen und Schüler wäre während der Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts nicht so gut möglich gewesen, wären da nicht Rahmenbedingungen, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass ein digitaler Unterricht unter besten Bedingungen stattfinden konnte.

Diese Rahmenbedingungen wurden und werden durch den Landkreis Erding als Sachaufwandsträger geschaffen, ein Träger, dem es am Herzen liegt, seine Schulen und damit auch das Anne-Frank-Gymnasium nach dem neuesten Stand auszustatten. Die folgende Grafik zeigt die wichtigsten Punkte dieser hervorragenden Unterstützung auf.

(Quellen: Foto Klassenzimmer: eigene Aufnahme; mebis-Logo: https://www.mebis.bayern.de/; Office 365: https://www.office.com/; Schwanenhals-Halterung: eigene Aufnahme; WLAN-Symbol und Dienstgeräte: https://pixabay.com/de/; Intune-Logo: https://www.microsoft.com)

 

Dies sind nur die wichtigsten Stationen, die zeigen, dass an unserer Schule bestmögliche Rahmenbedingungen für ein gelingendes digitales Konzept geschaffen worden sind und weiterhin geschaffen werden.

Bereits im Januar 2021 wurde der Schulleitung des AFG klar, dass in den Herausforderungen, die die Umstellung auf den Distanzunterricht bedeuteten, für alle Beteiligten eine große Chance liegt, was Unterrichts- und Organisationsentwicklung anbelangt. Gleich in der zweiten Unterrichtswoche nach den Weihnachtsferien wurden in der wöchentlich online stattfindenden Montagsbesprechung dem Kollegium die beiden Möglichkeiten unterbreitet, wie es „digital“ nach der Pandemie weitergehen könnte:


Möglichkeit 1

Das ursprüngliche Vorhaben wird weitergeführt, dass ab der 8. Jahrgangsstufe jeweils ein oder zwei Klassen mit Tablet-gestütztem Unterricht eingerichtet werden, und die anderen Klassen eher traditionell geführt werden.

 


Möglichkeit 2

Es wird darauf hingearbeitet, dass jeder Unterrichtende zu jeder Zeit auf ein digitales Endgerät bei den Schülerinnen und Schülern zurückgreifen und damit digitale Module in der eigenen Unterricht einbauen kann.

Nach zweiwöchiger Bedenkzeit und vielen Gesprächen entschied sich das Kollegium bei einer weiteren Montagsbesprechung einstimmig dafür, den zweiten umfassenden Weg zu gehen, was die Nutzung digitaler Geräte im Unterricht anbelangt.

Der Beschluss des Kollegiums wurde in den folgenden Wochen intensiv mit weiteren Gremien der Schulgemeinschaft diskutiert: dem Personalrat, der IT-Abteilung des Sachaufwandsträgers, der SMV, dem Elternbeirat und dem AK Digitalisierung. Im Juni 2021 wurde dann auch im Schulforum einstimmig beschlossen, der folgenden Vision für die digitale Arbeit zuzustimmen:

Allen Beteiligten wurde klar, dass durch die Entwicklungen der vergangenen Monate ein Prozess in in Gang gesetzt wurde, der nicht mehr aufhaltbar ist und dessen Möglichkeiten und Chancen genutzt werden sollen – und zwar JETZT!