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Sportlehrer fit in Erster Hilfe

Erding – Ganztägig frischte die Fachschaft Sport des Anne-Frank-Gymnasiums Erding ihre Kenntnisse in Erster Hilfe auf. Die Sportlehrerinnen und –lehren folgten dem Referenten Michael Menzenrieder vom Bayrischen Roten Kreuz(Rettungsleitstelle, Erding).

   Sie erfuhren aktuelle rechtliche Bestimmungen und konnten Fragen zu speziellen Fällen aus der Praxis stellen, wie zum Beispiel in Bezug auf eine Entscheidung zwischen Hilfeleistung – zu der jeder Mensch verpflichtet ist – und Aufsichtspflicht. Sehr ernsthaft bei der Sache waren die Lehrkräfte auch, als es um Hilfe bei akuten Beeinträchtigungen, bei Atemnot, Bewusstlosigkeit, Hitzeschäden und Krampfanfällen ging. Aber der Tag war nicht nur ernst und theoretisch. Spaß kam dann bei der Praxis aus. Lustige Kommentare waren zu hören bezüglich der durchaus erfolgreichen Versuche, sich gegenseitig in die stabile Seitenlage zu bringen, und bei der Wiederbelebung mit Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung an der Puppe. Allgemeines Gelächter ertönte, wenn nach der Herzmassage die Anzeige im Bauch der Puppe zeigte, dass „die Arbeit am leblosen Opfer“ erfolgreich und richtig war.

   Auch bei Verbindungen von blutenden Verletzungen zeigte sich, dass sich die Lehrkräfte gegenseitig fantasievoll und fachgerecht versorgten.            red
 

Immer wieder Erste Hilfe

Über einen Tag verteilt hat die Fachschaft Sport des Anne-Frank-Gymnasiums Erding ihre Kenntinisse in Erster Hilfe aufgefrischt. Nach Worten, sprich Vorträgen über rechtliche Grundlagen wie Unterlassen einer Hilfeleistung, schritten die Sportlehrer zur Tat: Wie man in einer akuten Notfallsituation am schnellsten und besten hilft, das wurde am lebenden Objekt geprobt – oder an einer Puppe: Stabile Seitenlage, Wiederbelebung durch Herzmassage oder Mund-zu-Mund-Beatmung. Auch die Versorgung von Offenen Wunden wurde geübt.

Lebensretter am Fußballplatz

Es ging um die berühmten Sekunden. Alfons Estenmann (53), Trainer des B-Jugend-Fußballer des FC Forstern (Kreis Erding), war urplötzlich auf dem Übungsplatz zusammengesackt. Herzstillstand! Nur weil zwei Vereinskollegen blitzschnell reagierten, hat er überlebt.

 

Forstern Patienten, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, zeigen zunächst Pulsverlust, verlieren das Bewusstsein und können nicht mehr atmen. All dies geschieht binnen weniger Sekunden. Bei 95 Prozent der Opfer führt dieses dramatische Ereignis zum Tod, wenn sie nicht sofort mit einem Defibrillator behandelt werden.

   Ein derartiges Gerät besitzt der FC Fortstern wie die meisten Sportvereine nicht. Doch er hat Leo Kern und David Holzner in seinen Reihen. Beide wussten genau, was zu tun ist. Und sie waren an diesem drückend schwülen Abend auf dem Trainingsgelände. Kern (47), Torwart bei den Alten Herren des FCF, ist Beruffeuerwehrmann und arbeitet bei der Werksfeuerwehr von BMW in München. B-Jugend Fußballer Holzner (15) geht in die siebte Klasse des Erdinger Anne-Frank-Gymnasiums, dort ist er bei den Schulsanitätern aktiv. „Ich war auf dem hintern Platz, habe mit dem Torhüter der E2 trainiert“, erinnert sich Kern. „Plötzlich kommen zwei Burschen angerannt und rufen ‚Notarzt, Notarzt!’ Ich bin hingelaufen, und da habe ich den Fonse liegen gesehen.“ Sein erster Gedanke war, einen Notruf abzusetzen. Doch einer der Spielerväter hat schon das Handy am Ohr, „also bin ich schnell hingerannt zum Fonse“.

   Dort, bei Alfons Estermann war schon David Holzner, der beim Zusammenbruch des 53-Jährigen ganz in der Nähe war. „Ich bin gleich hin zum ihm. D-Jugend-Trainer Ylik Engin hat gerade den Schweiß vom Gesicht abgewischt. Ich habe geschaut, ob der Fonse noch atmet und ob er noch Puls hat.“ Er habe kurz überlegt ich in die stabile Seitenlage zu drehen. „Doch ale ich gemerkt habe, dass er nur noch Spontanatmung hatte, habe ich das gelassen. Ich bin Schulsanitäter, hatte eine gute Ausbildung. Das gibt eine gewisse Sicherheit in solchen Fällen“, erzählt der 15-Jährige. „Wenn ich jetzt an den Abend zurückdenke, muss ich sagen: Ich habe in einer Art Trance gehandelt.“

   Kern beatmete Estermann Mund zu Mund, Holzner drückte auf den Brustkorb, damit die Luft wieder austreten konnte. Ewig erscheinende 20 Minuten, bis das Hohenlindener Ersthilfer-Team kam und dann der Notarzt. Der sagte den beiden Ersthelfern, dass sie alles richtig gemacht hätten. Und dass Estermann ohne Eingreifen nicht überlebt hätte.

   Gestern sind Kern und Holzner nach München gefahren, um Alfons Estermann im Krankenhaus zu besuchen. Der steckt schon wieder voller Tatendrang, sagt seine Frau Maria. An den Zwischenfall kann sich ihr Mann nicht erinnern. „Alfons ist ein sehr sportlicher Typ, er war weder krank noch hat er sonst irgendetwas gespürt“, sagt Maria Estermann. Sie betreut die E3-Junioren und ist sich sicher, dass sie auch zukünftig mit ihrem Mann auf dem Sportplatz steht: „Die Ärzte sagen er kann normal weitermachen. Nur wird er wohl einen Herzschrittmacher bekommen – damit wir künftig auf der sichern Seite stehen.“ Und ein großes Lob hat sie für die Retter parat: „Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich den beiden bin.“

 

Erste Hilfe mit dem Defibrillator

Schulsanitäter arbeiten mit demDefibrillator

Schulsanitäter lernen Bedienung des Gerätes, dessen Einsatz Leben retten kann

 

Erding – Die 21 Schulsanitäter des Anne-Frank-Gymnasiums sind von Michael Manzenrieder vom Roten Kreuz in Erding an einem AED-Übungsgerät ausgebildet worden. Das Kürzel steht für automatisierter externer Defibrillator, die Geräte können bei Herzversagen Leben retten. Neben einer ausführlichen Wiederholung der Atemspende und der Herzdruckmassage lernten die Schulsanitäter, wie Elektroden auf dem Brustkorb eines Patienten aufgeklebt werden und wie einfach die Bedienung eines Defibrillators ist. Seit Jahren ist der Einsatz eines Defibrillators bei plötzlichem Herzversagen im Krankenhaus und im Rettungsdienst Standard. Bis zum Eintreffen von professionellen Helfern vergehen jedoch oft wertvolle Minuten. Der Erfolg dieser Behandlung hängt aber entscheiden davon ab, dass sie zeitnah erfolgt. Mit jeder Minute, die verstreicht sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent. Mit Herzdruckmassage, Atemspende und Frühdefibrillation können auch Laien erste Hilfe leisten.

 

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