Text des Monats April 2018

Der Hahn und der Pfau

Eine Fabel von Hannah Varol (5f)

Es war einmal ein Hahn, der immerzu traurig, aber auch eifersüchtig am Fenster seines Stalls saß. Der Pfau hingegen zog immer alle Blicke auf sich und spielte förmlich mit dem Publikum. Seine Hühner hatten nur Augen für diesen Angeber!

Der Hahn war neidisch auf den Pfau. Ihm wurde es allmählich zu viel! Immer hörte er nur: „Kennst du diesen tollen Vogel mit den prächtigen Federn?“

Doch das war zu viel! Eines Nachts schlich sich der Gockel aus dem Stall und lief schnell zum Pfau, der in einer verlassenen Hütte wohnte. Das Tier mit dem schönen Gefieder schlief bereits. „Ich bin viel zu schön für die Welt “, murmelte der Pfau im Schlaf. „Dieser aufgeblasene Sack Federn denkt nur an sich!“, schimpfte der Hahn. Schnell holte er heimlich seine Schere herbei, die er für den Notfall immer bei sich hatte. „SCHNIPP, SCHNAPP!“, schon waren die tollen Federn ab! Flink huschte der Vogel mit dem noch nicht so schönen Gefieder davon. Am nächsten Morgen stand nicht mehr der Pfau vor dem Publikum, sondern der Hahn. Er hatte sich in der Nacht noch ruckzuck die Federn angeklebt. Der Pfau jedoch schaute entsetzt, wie sieben Tage Regenwetter, in den Spiegel … Wo war nur sein Gefieder?! Da sah er den Hahn durch das Fenster und rief: „Die Welt meint es nicht gut mit mir!“, und war für den Rest des Lebens nur noch ein einsamer Vogel. Der Hahnenpfau jedoch war glücklich bis ans Ende seines Lebens!

Wer zuletzt lacht, lacht am besten!

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