Anne Frank

Leitbild des Anne-Frank-Gymnasiums

Anne-Frank-Mosaik
Mosaik von Claudia Sturm (Leistungskurs Kunst)

Unseren Schülerinnen und Schülern soll

  • eine Ausbildung von hoher Qualität sowie
  • menschliche Wärme und ein Gefühl der Zugehörigkeit

vermittelt werden.

Wichtig sind der Schulgemeinschaft die Werte, die durch den Namen „Anne Frank“ in besonderer Weise zum Ausdruck gebracht werden können:

Anne Frank ist ein Name ...

  • ... für Völkerverständigung.
    Schüleraustausch mit Schulen in Frankreich, England, Italien und Polen; Wochen der interkulturellen Begegnung
  • ... für Toleranz.
    (Siehe Hausordnung!)
  • ... für respektvollen Umgang miteinander.
    (Siehe Hausordnung!)
  • ... gegen Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten.
    Der Schülerarbeitskreis „Schule ohne Rassismus“ (seit 2001) führt jedes Jahr neben anderen Aktionen ein Anti-Rassismus-Training mit den fünften Klassen durch (Zusammenarbeit mit Behinderten der St.-Nikolaus-Schule Erding).
    (Siehe Hausordnung!)
  • ... gegen das Vergessen.
    Nur wer die Geschichte kennt und versteht, kann die Zukunft verantwortungsvoll gestalten, und darauf müssen wir unsere Jugend vorbereiten! Jedes Jahr erfolgt eine Einführung der fünften Klassen in die Thematik durch unsere Anne-Frank-Botschafter.

Anne-Frank-Kastanie

Kastanie mit Tafel
Kastanie im Herbst 2009

 

 

Einweihung am 8. Oktober 2010


Am Freitag, den 8. Oktober 2010 wurde in Anwesenheit von Vertretern der Schulfamilie und zahlreicher Ehrengäste, darunter auch Bürgermeister Max Gotz sowie der 2. Bürgermeister, Ludwig Kirmair, unsere Anne-Frank-Kastanie im Rahmen einer kleinen Feier eingeweiht. Es war uns eine besondere Ehre, dass die beiden Zeitzeugen Max Mannheimer, der unserer Schule seit langen Jahren verbunden ist, und Ernst Grube, unser Schirmherr als Schule ohne Rassismus, der Veranstaltung durch ihre Beiträge eine besondere Note verliehen.

Der Ableger der weltbekannten Rosskastanie hinter dem Anne-Frank-Huis in Amsterdam ist zwar ein noch sehr kleines und zartes, aber nichtsdestoweniger symbolträchtiges Geschenk. Anne Frank, die sich mit ihrer Familie mehr als zwei Jahre lang in Hinterhaus der Prinsengracht 263 in Amsterdam vor den Nazis versteckt halten musste, blickte vom Dachfester ihres Verstecks oft auf den Kastanienbaum im Garten des Hinterhauses. Für sie war der Baum ein Symbol der Hoffnung und der Freiheit. Die eindringlichen Erwähnungen im Tagebuch machten den 150 Jahre alten Baum zur weltweit berühmten „Anne-Frank-Kastanie“.

Kastanie mit Fenstermotiv
Kastanie mit Fenstermotiv

Die Schule hatte sich bereits früher um einen Ableger der Kastanie bemüht – zuletzt im Jahr 2009, als wir den 80. Geburtstag der Anne Frank feierlich begingen –, doch wegen eines Pilzbefalls konnten keine Ableger genommen werden. Und so schien es, als müssten wir unsere Hoffnung begraben. Umso größer war die Freude, als wir völlig überraschend im Februar dieses Jahres einen Ableger vom Anne-Frank-Huis in Amsterdam geschenkt bekamen. Ende September wurde der Setzling mit Unterstützung unseres Sachaufwandsträgers, des Landratsamts Erding, auf der Grünfläche vor dem Hartplatz eingepflanzt. Das Geschenk ist für uns umso wertvoller geworden, als die Originalkastanie bedauerlicherweise Ende August einem Unwetter zum Opfer fiel und nun unwiederbringlich verloren ist. Alle Hoffnung ruht nun auf den Keimlingen, die vom Anne-Frank-Huis verschenkt wurden.

Wir sind glücklich, mit dieser berühmten Kastanie nicht nur eine bleibende Erinnerung an unsere Namensgeberin, sondern auch ein lebendiges und wachsendes Zeichen für die Werte, für die unsere Schule steht, zu besitzen.

Wir werden unsere Anne-Frank-Kastanie hegen und pflegen, damit aus einem kleinen Pflänzchen ein großer Baum wird. Möge sie wachsen und gedeihen!

Helma Wenzl 

Biographie der Anne Frank

12. Juni 1929

Anne Frank wird als Tochter des jüdischen Kaufmanns Otto Frank und dessen jüdischer Frau Edith (geb. Holländer) in Frankfurt/Main geboren.

1933

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigriert ihr Vater nach Amsterdam, wo er Direktor der holländischen Niederlassung der Firma Opekta wird.

1934

Anne Frank, ihre Mutter und ihre Schwester Margot folgen dem Vater nach Amsterdam. Sie besucht den Montessori-Kindergarten.

1935

Wechsel zur Grundschule.

1940

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Niederlande wird ihr Leben zunehmend von antisemitischen Regeln und Gesetzen eingeschränkt.

1941

Wechsel zum jüdischen Lyzeum.

14. Juni 1942

Anne Frank beginnt, in holländischer Sprache ihr Tagebuch zu schreiben.

6. Juli 1942

Nach dem Beginn der Deportationen versteckt sich die Familie, da die Flucht aus den besetzten Niederlanden unmöglich ist.

Die Familie Frank wird mit vier weiteren Menschen im Hinterhaus des väterlichen Geschäfts in der Prinsengracht 263 von den holländischen Angestellten der Firma versteckt und versorgt. In ihrem Tagebuch beschreibt Anne Frank das Leben im Versteck sowie tagespolitische Ereignisse. Das Zusammenleben von acht Menschen auf engstem Raum und die sich daraus ergebenden Konflikte schildert sie ebenso wie ihre eigenen Krisen. Eine virtuelle Führung durch die Räume bietet das Anne-Frank-Museum in Amsterdam an.

Juni 1943

Aus den Niederlanden werden 1.250 Kinder in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Sie berichtet auch darüber in ihrem Tagebuch.

1944

Im Sommer fertigt Anne Frank eine Reinschrift ihres Tagebuchs, um es nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Buch mit dem Titel „Het Achterhuis“ zu veröffentlichen.

1. August 1944

Letzte Eintragung in ihrem Tagebuch.

4. August 1944

Das Versteck wird verraten. Die dort Verborgenen werden von der Sicherheitspolizei verhaftet und deportiert. Die holländischen Angestellten der Firma Opekta finden Anne Franks Tagebuch. Anne Frank kommt mit ihrer Schwester über das Arbeitslager Westerbork in das Vernichtungslager Auschwitz und dann in das KZ Bergen-Belsen.

März 1945

Einige Wochen vor der Befreiung stirbt Anne Frank im KZ Bergen-Belsen an Typhus.

Juni 1947

Ihr Vater, der einzige Überlebende der Familie, gibt das Tagebuch in Amsterdam heraus. Es wird in 55 Sprachen übersetzt und erzielt als Zeitdokument außerordentliche Wirkung.

2. Oktober 1956

Deutsche Erstaufführung des im Vorjahr in englischer Sprache publizierten Theaterstücks „Das Tagebuch der Anne Frank“ im Rahmen der Berliner Festwochen.

1959

Verfilmung des Tagebuchs.

1986

Publikation einer textkritischen Ausgabe des Tagebuchs, die Zweifel an der Authentizität widerlegt. Trotzdem sollen einzelne Passagen der Aufzeichnungen noch immer nicht publiziert sein.