„Liverpool Street“ – ein wunderbares Buch
Begegnung mit Anne C. Voorhoeve
Ein wirklich außergewöhnliches Buch und seine Autorin konnten unsere Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe am Anne-Frank-Tag am 19.6.09 kennenlernen, nämlich den auf historischen Fakten beruhenden Jugendroman „Liverpoool Street“ von Anne C. Voorhoeve.
Darin wird das Schicksal der im
Winter 1939 elfjährigen Ziska Mangold aus Berlin geschildert, die mit einem der
letzten Kindertransporte, der jüdische Mädchen und Jungen vor den Nazis
beschützten, nach London zu einer Pflegefamilie ausreisen kann.
Die Ich-Erzählerin schildert in dem über 500 Seiten langen Buch ihre
vielfältigen Erlebnisse, die hauptsächlich vom Nationalsozialismus, dem
Judentum (sie kommt als protestantisch erzogene Jüdin in eine streng
orthodox-jüdisch lebende Pflegefamilie) und dem Spannungsverhältnis echte
Familie (die nach Holland flüchten musste) und neue Familie (sie entwickelt ein
sehr enges Verhältnis zu ihrer englischen Pflegemutter) geprägt sind. Der Leser
nimmt sieben Jahre lang teil an Ziskas aufregenden Erlebnissen.
Frau Voorhoeve, die extra aus Berlin angereist war, um das Buch unseren SchülerInnen selbst vorzustellen, gelingt es trotz der vielen Seiten, dass die Spannung beim Lesen nie nachlässt. Ziska, die in England Frances genannt wird, bleibt trotz ihrer tiefen Ernsthaftigkeit und ihrer schwierigen Lebensumstände nämlich ein humor- und temperamentvolles Mädchen, das immer wieder in amüsante Situation verwickelt wird.
Anne C. Voorhoeve ist wirklich ein kleines Meisterwerk gelungen, das zu recht mit mehreren Kinderbuchpreisen ausgezeichnet wurde. Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen und tauchte bei der Lektüre völlig in die Welt von Ziska und ihren Bekannten und Freunden ein. Ein echter Lesetipp für alle ab 12 Jahren.