Herbstautorenlesung 2009

Lürick ist (nicht) schwürick!

Dass das Motto des Abends tatsächlich richtig gewählt war, zeigten dem – für einen Lyrikabend - sehr zahlreichen Publikum (über 150 Zuhörer waren anwesend), die drei von der Landkreisbibliothek für den 20. November 2009 geladenen Poeten.

Mit Bedacht wurden extra drei grundverschiedene Gedichteschreiber eingeladen, sodass ein breites Spektrum an Verstexten erfahrbar war. Der Abend begann mit dem vielfach ausgezeichneten Dichter und Lehrbeautragten für Philosophie an der Münchner Hochschule, Ludwig Steinherr. Steinherrs Lyrik entsprach wohl noch am ehesten dem, was man sich land-läufig darunter vorstellt (festes Versmaß, Reime, Metaphern). Er verstand es, durch seine Momentaufnahmen des Alltagsgeschehens, das Dahinterliegende – oft auch die unausgesprochene Emotion – deutlich zu machen.

Als sein Wegbegleiter und Freund Anton G. Leitner zum Vortrag kam, wurde das Publikum unweigerlich durch dessen Sprachwitz und seine sehr pointierte Vortragsweise aus den tiefen Gedankengängen Steinherrs gerissen. Gerade das Gedicht „Elternversammlung“ sorgte durch seine Realitätsnähe für große Heiterkeit im Publikum.

Leitner und Steinherr stellten am Ende des ersten Teils des Abends dann noch das neueste Heft, der von Ihnen 1993 gegründeten Zeitschrift „Das Gedicht“ vor, das sich in dieser 17. Ausgabe dem Thema der Überwindung von Angst durch Poesie widmet. Leitner las daraus einige wunderbare Original-Kindergedichte vor.

Johannes Hochholzer aus der 11. Jahrgangsstufe des AFG steuerte in den Pausen zwischen den Gedichten auf seiner Marimba wunderbar passende Klangvariationen bei.

Nach der Pause, in der sich die Zuhörerschaft mit einem „Lyrischen Cocktail“ (in der blauen Farbe der Poesie) stärken konnte, hatte dann Verena Richter aus München (die sich „Die Frau mit dem Täkst“ nennt) einen derart starken Auftritt, dass es Zugaberufe gab. Man stelle sich vor, Zugabewünsche nach mehr Lyrik!

Grund der Begeisterung waren nicht nur Ihre tollen und einfühlsamen Dinggedichte, Balladen und Märchen, in denen wunderliche Geschöpfe und Dinge aus der Alltagswelt (z.B. „Der kleine Handleistenschlupfkontakt“, der in Rolltreppen haust) zum Leben erweckt werden, sondern vor allem auch Ihr perfekter Vortrag (bspw. trug Sie die über 20-strophige skurrile Ballade „Die Olive vor Gericht“ auswendig vor, da Sie vom Veranstalter als Zugabe gewünscht wurde), den sie durch Lieder, bei denen sie sich selbst am Klavier begleitete, sehr abwechslungsreich und kurzweilig gestaltete.

Die äußerst sympathische junge Dame zeigte dann durch zwei beeindruckende Soli auch noch, wieso sie bereits mehrere Preise für Ihr klassisches Spiel auf dem Saxophon zuerkannt bekam.

Krönender Abschluss eines Abends, bei dem die Lyrik vom Publikum so gefeiert wurde, wie wohl sehr selten, war die Improvisation von Verena Richter und Johannes Hochholzer über das beliebte musikalische Thema aus der „Sendung mit der Maus“, nämlich „Aus die Maus“, das die beiden spontan und mit erkennbarer Freude und Begeisterung vortrugen und so einen spritzigen und zugleich witzigen Schlussakkord setzten.

Olaf Eberhard

Freitag, den 20. November 2009

1986 - 2009   =>   23 Jahre Herbstautorenlesung am Anne-Frank-Gymnasium

Lürick ist (nicht) schwürick!

Ein etwas anderer Lyrik-Abend

mit

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Verena Richter

alias
"Die Frau mit dem Täkst"

und
      

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Anton G. Leitner

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Ludwig Steinherr

Verena Richter aus München-Pullach ist ein Multitalent: neben ihrer Lyrik ist sie „Diplom-Saxophonöse“ u. vielfach ausgezeichnet. Ihre „Dinggedichte“ erscheinen regelmäßig in der Süddt. Zeitung. – Sie begleitet ihr Programm selbst am Klavier und Saxophon.

Die Lyriker Anton G. Leitner u. Ludwig Steinherr sind Koryphäen des Lyrikbetriebes und gründeten zusammen die führende Lyrikzeitschrift in Deutschland „Das Gedicht“. Viele Lyriker hoffen jedesmal in die neueste Ausgabe aufgenommen zu werden.

Specials:

  • musikalische Einschübe von Johannes Hochholzer am Marimba
  • "Lyrischer Cocktail" und Muffins in der Pause

Eintritt frei - Spenden erwünscht!

Ablauf des Abends:

Anton G. Leitner und Ludwig Steinherr lesen eigene Gedichte, stellen das neueste Heft der Zeitschrift "Das Gedicht" vor (das sich mit Angstbewältigung durch Lyrik befasst) und sprechen ein wenig über den Lyrikbetrieb.

Johannes Hochholzer (aus der 11. Jahrgangsstufe des AFG) wird zwischen den Gedichten musikalische Einschübe auf der Marimba machen ...

Der zweite Teil des Abends (nach einer Pause mit Getränken und Muffins) gehören dann ganz der "Frau mit dem Täkst" (Verena Richter), die ihr abwechslungsreiches Programm aus Lyrik, Musik und kurzen Geschichten präsentieren wird.

Verena Richter ist ...

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            "Die Frau mit dem Täkst"

 

 

Die Frau mit dem Täkst dichtet, worauf sie sich keinen Reim machen kann. Dabei sind es die großen Themen unserer Zeit, die sie beschäftigen: der Umlaut den’s umhaut, der Osterwurm, das Leben der Trottellumme, die Olive vor Gericht oder der Keks, der über die Alpen steigt, um sich beim Papst als Hostie zu bewerben. Zwischendrin besingt sie „Wuppie“, die Trinkwurst, die Klavierkatze und saxophoniert sich durch das zeitgenössische Repertoire ernster Musik.

Sie wird bei uns in Erding ihre Lyrik und auch kurze Geschichten selbst am Klavier und am Saxophon begleiten. In ihrem kurzweiligen Programm, das aus Gedichten, Liedern und sehr kurzen Geschichten besteht, kommen wunderliche Geschöpfe und die Dinge selbst zur Sprache und zeigen sich von einer Tiefgründigkeit, die man ihnen selten zugetraut hätte.

Verena Richter wurde 1981 geboren und lebt in München-Pullach. Rhapsodische Aufenthalte an der Hochschule für Philosophie und der deutschen Journalistenschule. Diplomsaxophonöse, Olivenclubgründerin, seit 2007 regelmäßige Auftritte vor allem in Deutschland und Italien, bestückt und ausgezeichnet mit verschiedenen Preisen, literarische und musikalische, u.a. »Essaypreis der Büchergilde Gutenberg 2002«, »Premio Calpurnia 2007 del Festival delle Nazioni«, »Tassilopreis der Süddeutschen Zeitung 2008«. Seit Mai 2009 wird sie von Yehudi Menuhin Live Music Now gefördert.

Ihre Dinggedichte erscheinen wöchentlich in der Süddeutschen Zeitung.

Dinggedicht No. 59 Dinggedicht No. 55 Dinggedicht No. 114
Ich bin das Jetzt
nicht mehr.
Zuletzt
war ich eben
schon hinterher.
Ich bin das Ich.
Bleib' immer da.
Verlass' dich nicht.
Denn du bist du.
Nur glaub' an mich.
Ich sein das Verb.
Hab' Rückenweh.
Bücken? Nee.
Beugen - auch nicht.
Konjugieren?
Nach Hexenschuss?!
Geh, Pfiadi Gott, ach servus.

DAS GEDICHT - "Die führende Zeitschrift für Lyrik, Essay und Kritik" (Die Welt)

Die von Anton G. Leitner und Ludwig Steinherr 1993 begründete Zeitschrift DAS GEDICHT behauptet sich seit 1993 erfolgreich auf dem Buchmarkt. Sie widmet sich - dem Titel entsprechend - ganz der Lyrik.

Inhalt sind Erstveröffentlichungen älterer bekannter, speziell aber auch jüngerer Autoren, sowie Essays zum Form- und Themenwandel der Lyrik. Seit 2000 widmen sich die jeweiligen Folgen einem Schwerpunktthema (bspw. Erotik, Religion, Popkultur …).

Die Zeitschrift zählt inzwischen zu den auflagenstärksten Literaturzeitschriften im deutschen Sprachraum. Internationales Aufsehen erregte die Zeitschrift mit der Liste der Jahrhundertdichter, die weltweit millionenfach nachgedruckt wurde. Auf die Erotik-Ausgabe Nr. 8 reagierten im Jahr 2000 Teile des Buchhandels mit einem Verkaufsboykott, weil sie die darin publizierte Liebeslyrik führender dt. Lyriker/innen als Pornografie missverstanden. Als sich jedoch mehrere überregionale Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Spiegel-Online, Süddt. Zeitung) hinter Leitners erotische Auswahl stellten, avancierte die Folge zur Kultnummer.

Der examinierte und promovierte Philosoph Ludwig Steinherr (Jg. 1962) ist freier Schriftsteller und Lehrbeauftragter für Philosophie. Seine Lyrik-Bände sind vielfach ausgezeichnet(u.a. Leonce-und-Lena-Preis, Hermann-Hesse-Förderpreis). Steinherr ist seit 2003 ordentliches Mitglied der Bayer. Akademie der schönen Künste. Er lebt mit seiner Familie in München.

Die von Anton G. Leitner und Ludwig Steinherr 1993 begründete Zeitschrift DAS GEDICHT behauptet sich seit 1993 erfolgreich auf dem Buchmarkt. Sie widmet sich - dem Titel entsprechend - ganz der Lyrik. Inhalt sind Erstveröffentlichungen älterer bekannter, speziell aber auch jüngerer Autoren, sowie Essays zum Form- und Themenwandel der Lyrik. Seit 2000 widmen sich die jeweiligen Folgen einem Schwerpunktthema (bspw. Erotik, Religion, Popkultur …). Die Zeitschrift zählt inzwischen zu den auflagenstärksten Literaturzeitschriften im deutschen Sprachraum. Internationales Aufsehen erregte die Zeitschrift mit der Liste der Jahrhundertdichter, die weltweit millionenfach nachgedruckt wurde. Auf die Erotik-Ausgabe Nr. 8 reagierten im Jahr 2000 Teile des Buchhandels mit einem Verkaufsboykott, weil sie die darin publizierte Liebeslyrik führender dt. Lyriker/innen tl_files/Schueler/Bibliothek/Herbstautorenlesung09-luerick/Das Gedicht.JPGals Pornografie missverstanden. Als sich jedoch mehrere überregionale Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Spiegel-Online, Süddt. Zeitung) hinter Leitners erotische Auswahl stellten, avancierte die Folge zur Kultnummer. Der examinierte und promovierte Philosoph Ludwig Steinherr (Jg. 1962) ist freier Schriftsteller und Lehrbeauftragter für Philosophie. Seine Lyrik-Bände sind vielfach ausgezeichnet (u.a. Leonce-und-Lena-Preis, Hermann-Hesse-Förderpreis). Steinherr ist seit 2003 ordentliches Mitglied der Bayer. Akademie der schönen Künste. Er lebt mit seiner Familie in München.

Anton G. Leitner(Jg. 1961) lebt und arbeitet in Weßling (Lkrs. Starnberg). Der studierte Rechtswissenschaftler ist seit 1993 im Hauptberuf als Autor, Kritiker, Herausgeber und Verleger tätig. Das „Arbeitstier“ und Multitalent Leitner edierte bis dato 22 Anthologien (für dtv, Hanser u. Reclam), veröffentlichte sechs eigene Gedichtbände, eine Erzählung, zwei Hörbücher, Essays, Kritiken, Kurzprosa und ein Kinderbuch.

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