“Ich habe einen ganz einfachen Geschmack. Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“
Ganz in Oscar Wildes Sinn brachten wir also dieses Jahr sein Stück „Ernst sein ist alles“ zur Aufführung.
Als absoluter Laie und Neuzugang in der Theatergruppe rechnete ich zu Beginn des Jahres erst einmal nicht damit als Schauspielerin auf der Bühne zu stehen, da es in diesem Stück nur sehr wenige Rollen gibt. Aber mit ein wenig Glück, der richtigen Statur und dem nötigen strengen Blick konnte ich beim Vorsprechen als Lady Bracknell überzeugen. Nun wusste ich zwar, welchen Part ich im Stück übernehmen durfte, aber wie viel Raum ich auf der Bühne einnehmen würde, war mir nicht klar, da man mir die Dimensionen meines Kostüms wohlweißlich verheimlicht hatte.
Dies soll nun keine Kritik an Frau Klinger und ihrem Team sein, die hervorragende Arbeit geleistet haben. Man muss aber auch sehen, dass ein (äußerst steifes und unbequemes) Korsett, ein Hut, der zwei Kilo wiegt, und eine Doppellage Kissen am Hintern nicht unbedingt meine Alltagskleidung sind. Nun hatte ich also einen „kleinen Freund“ am Hintern kleben, der mich zur Belustigung der ganzen Theatergruppe auf Schritt und Tritt
verfolgte. Aber man gewöhnt sich an alles, außerdem passte das Kostüm perfekt zur Rolle, wie auch die Kostüme der anderen Schauspieler.
Das Tolle an der Theatergruppe ist, dass Jugendliche aus den verschiedensten Klassenstufen zusammen kommen und gemeinsam mit Frau Pfeiffer so eine Produktion auf die Beine stellen. Man sieht zwar immer nur die Schauspieler auf der Bühne, aber was wären wir ohne Licht, Kostüm, Maske, Musik und Bühnenbild und vor allem ohne unsere „Chefin“, die uns immer wieder auf den Boden der Tatsachen zruückholte, wenn die „Gorgo“ aka Lady Bracknell im Turneroutfit antanzt und es Helge mal wieder südwärts zieht...
Wir hatten auch dieses Jahr wieder jede Menge Spaß. Schade nur, dass uns die Abiturienten verlassen müssen. Euch viel Glück und wir anderen sehen uns ja nächstes Jahr wieder. Vielen Dank auch an alle, die uns in unserer Arbeit unterstützen!
Johanna Welsch