Lysistrata (OST 2005)

Es ist Freitag – eine Woche nach der diesjährigen Premiere, drei Tage nach der letzten Aufführung und zwei Tage nach dem
großen Aufräumen ...

Die heiße Phase ist für dieses Jahr schon wieder vorbei. Kaum zu glauben, dass wir heute vor einer Woche noch damit beschäftigt waren, den Musiksaal zum Requisiten- und Panzertapelager umzufunktionieren oder die Aula in Athen und unsere Schauspieler in GriechInnen zu verwandeln. Die lange, anstrengende Vorbereitungszeit scheint schon fast wieder vergessen – keine Podeste mehr in der Aula, die Absperrung ist weg, wir verbringen unsere Zeit nicht mehr ausschließlich in der Schule, die Augenringe nehmen wieder ab ...

Doch all diejenigen, die mit Feuereifer und Leidenschaft bei „Lysistrata“ mitgewirkt haben, werden sich noch lange an dieses ereignisreiche, aufregende Theaterjahr erinnern, das ist sicher! Schon bei den wöchentlichen Proben war es höchst amüsant zugegangen – nicht alle Tage hatten wir einen Text, der so vor Doppeldeutigkeiten strotzte!

Nicht vergessen darf man natürlich auch die Wochenendproben, die einmal wieder der Wahnsinn waren! Sie sorgten dafür, dass das Stück den richtigen Feinschliff erhielt, der Text und die Auftritte saßen und dass wir alle zu einer Theater-„gruppe“ zusammengewachsen sind.

Schließlich kamen die Aufführungstermine immer näher – wir wurden immer nervöser. Und obwohl wir dieses Mal ein Stück hatten, das sehr bühnenumbaufreundlich war, hatten wir immer was zu tun, und zuweilen kam sogar ein bisschen Stress auf:

„Das Panzertape ist alle!“ - „Wie? Schon wieder?“ - „Dannn müssen wir gleich was kaufen fahren! Sonst kommen wir hier nicht mehr weiter!“

„Wo ist der Simon? Der ist jetzt dran!“

„Hat der Obi Sternzwirn?“ - „Was ist Sternzwirn?“

„Ist das normal, dass hier so'n Kabel in der Gegend rumhängt?“

„Wie kriegen wir 12 Quadratmeter Teppich in den Mini?“ - „Fahren wir halt mit'm Lupo!“ (Der Teppich hat in den Mini gepasst!)

Und spätestens mit diesem Aufkommen von Panik, nicht alles rechtzeitig zu schaffen, war die heiße Phase definitiv angelaufen. Ab jetzt hieß es neben der täglichen Schularbeit zusätzlich noch von morgens bis abends um acht in der Schule zu sein. Techniker und Regie blieben oft noch länger! Aber all dieser Schlafmangel, die ewige Fahrerei bei unglaublichen Schneeverwehungen, die Anstrengungen und der Zeitaufwand scheinen im Nachhinein ein relativ kleines Opfer gewesen zu sein, wenn man bedenkt, was wir alles erlebt haben, wie viele Leute wir mit unserer Arbeit begeistern konnten und wieviel wir selbst gelacht haben.

So sitzt Frau Pfeiffer auf dem Boden und hält sich den Bauch vor Lachen, weil die Applausordnung ein einziges Chaos ist (und reißt alle dabei mit). Die eine Hälfte der Truppe tanzt am Rand des Außenbeckens der Therme bei 7 Grad Sirtaki, die andere veranstaltet eine Schneeballschlacht, danach ein Gruppensprint zurück ins Wasser, gefolgt von einer „Wobba“-Polonäse quer durch sämtliche Schwimmbecken (ab diesem Zeitpunkt hatten wir immer Securitypersonal in unserer Nähe).

Klar, dass nächstes Jahr wieder alle mit dabei sind – bis auf ein paar, die dem diesjährigen Theaterjahr mit einer Träne im Knopfloch hinterher schauen, denn es war ihr letztes. 14 Leute habe sich am Dienstag verabschieden müssen. Und die ersten Tränen sind nicht erst am Dienstag nach unserer kleinen Verabschiedungseinlage geflossen, sondern schon am Samstag auf unserer Party und vor der Dienstagsaufführung während Frau Pfeiffers letzter Ansprache – und diese Tränen, die nicht nur von den KS 13ern stammen, sondern von ganz verschiedenen Theatergruppenmitgliedern, sind der Beweis dafür, was für eine großartige Truppe wir dieses Jahr waren.

Danke für die wahnsinnig schöne Zeit, sie erhält einem den Spaß an der Schule! Und Danke all den Lehrern, die versucht haben auf uns Rücksicht zu nehmen!

Ulrike Gerigk, K13

PS: Inspizienten gesucht! Wir suchen für das Theaterjahr 2005/2006 zuverlässige Leute, die zwei Wochen im Jahr etwas auf Schlaf verzichten können, keine Höhenangst haben und stressresistent sind!
Meldet euch bei Frau Pfeiffer!

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